CITES (Artenschutz) und Eure Instrumente

CITES – was ist das eigentlich?

CITES (oder auch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen) bestimmt den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen.

Da in vielen Instrumenten Hölzer verbaut werden, oder nahezu komplett aus Holz bestehen fällt die Musikbranche natürlich auch unter den Artenschutz.

Die Ein- und Ausfuhrbestimmungen der Arten sind in den CITES Anhängen geregelt und näher definiert. Es gibt insgesamt drei verschiedene die wir hier noch genauer erläutern.

 

Die CITES Anhänge

CITES I – auf der CITES I Liste stehen Arten deren Bestand stark gefährdet ist und der internationale Handel somit meist komplett verboten ist. Im Musikalienhandel betrifft das eigentlich nahezu nur das berühmte Rio-Palisander.

Beispiele: Walarten, Elfenbein etc.

CITES II – die für den Musikalienhandel mittlerweile wichtig geworden Liste CITES II beschäftigt sich mit Arten deren Bestand zwar gefährdet, aber noch nicht vom Aussterben bedroht ist. Der Handel mit diesen Tier- und Pflanzenarten ist zwar erlaubt, doch muss jeweils ein Nachweis des legalen Erwerbs der geschützten Hölzer vorhanden sein. Diesen bekommt man vom Landratsamt des jeweiligen Bundeslands in dem man wohnt, bzw. beim Neukauf vom Händler. Auf der Rechnung ist dann ausgewiesen um welche bedrohte Art es sich handelt und ggfls. die Import- und Exportnummern der Holzwarenlieferung.

CITES III – auf dieser Liste stehen Arten, die in einem bestimmten Land geschützt sind und somit der Bestand im jeweiligen Gebiet kontrolliert werden muss, bzw. vor Ausfuhr eine Unbedenklichkeitsprüfung erfolgen muss.

 

CITES II und der Musikalienfachhandel

Den Musikalienhandel betrifft im hauptsächlichen Palisander (Dalbergia Latifolia u.m.), was gerne als Holz für Boden und Zargen bei Akustikgitarren, in den meisten Fällen aber als Griffbrettholz verwendet wurde. Aber auch z.B. Klarinetten, Oboen oder Flöten bestehen manchmal aus Artengeschützten Hölzern.

Durch die Änderungen im Artenschutzgesetz verwenden die meisten Hersteller nun andere Hölzer, was den Handel mit CITES II Instrumenten dezimiert.

Beim Kauf eines CITES relevanten Instruments erhaltet Ihr seit dem 1.1.2017 vom Händler auf der Rechnung notwendige angaben, die sowohl für den Weiterverkauf, als auch für das Reisen außerhalb der EU von Belang sind.

Solltet Ihr also einmal mit Eurem CITES relevanten Instrument in den z.B. Schweizurlaub fahren, müsst ihr zwingend die Rechnung bei Euch haben.

Dort vermerkt ist der Name des Instruments, die Seriennummer, das geschützte Holz (in seiner lateinischen Bezeichnung) und ggfls. EU-Import und Exportnummern.

Hier ein Beispiel wie das aussehen könnte:

HAGSTROM Swede | Northen Series
SeNr. 123456789
Dalbergia Latifolia
EU Importnummer:               E-123456
Exportnummer:                     12345/SATS-LN/2017

Anhand dieser Angaben kann der Zöllner an der Grenze ggfls. Nachforschungen anstellen wie dieses Holz seinen Weg zum Kunden genommen hat.

 

Was passiert bei Instrumenten die vor 2017 schon in der EU waren?

Für Instrumente die vor 2017 schon beim Großhändler, Vertrieb, Hersteller oder in den Musikhäusern waren, haben die jeweiligen Betriebe beim zuständigen Landratsamt eine sogenannte „Vorerwerbsbescheinigung“ beantragt. Dies wird dann beim Kauf auf der Rechnung als „Vorerwerbsware“ gekennzeichnet. Diese Instrumente erhalten selbstverständlich keine EU-Import und Exportnummern, da diese Holzwarenlieferungen schon in der EU waren bevor das Gesetz in Kraft getreten ist.

Bei Instrumenten die vor 2017 schon bei Dir zuhause waren (bsp. eine 2015 gekaufte Gitarre), hatten Privatpersonen bis März 2017 Zeit diese beim zuständigen Landratsamt als Vorerwerbsware anzumelden. Habt ihr das nicht getan könnte es ein Problem bei der Ausfuhr aus der EU und beim Weiterverkauf geben. Ihr dürft aber gerne auch jetzt noch beim Landratsamt eine Bescheinigung beantragen – evtl. bekommt Ihr sie auch jetzt noch.

Falls nicht raten wir davon ab das Instrument aus der EU auszuführen.

Sollte der Zöllner an der Grenze eine Kontrolle durchführen und dabei ein Instrument in Eurem Kofferraum entdecken das evtl. geschützte Hölzer enthält, ihr aber keine Vorerwerbsbescheinigung besitzt, darf er eine Probe entnehmen, diese Auswerten lassen und die Gitarre bis dahin beschlagnahmen.

Verhärtet sich der Verdacht, stellt er also fest das z.B. Dalbergia Latifolia in dem Instrument verbaut wurde und ihr habe keine Rechnung, keine Bestätigung des Landratsamtes und somit keinen Beleg dabei, führt ihr Artenschutzrelevante Hölzer aus der EU aus – und wie oben erläutert ist das verboten. Der Zöllner darf die Gitarre konfiszieren und Euer geliebtes Instrument ist erstmal weg. Der Weg wieder zurück in Eure Hände dürfte steinig werden.

Bedenkt also bitte euch eine Vorerwerbsbescheinigung zu holen!

Bei allen Instrumenten die Ihr bei uns kauft erhaltet ihr alle nötigen Angaben auf Eurer Rechnung. Solltet Ihr diese Rechnung vergessen mit zu nehmen, kann der Zöllner das Instrument zwar erstmal behalten, mit dem Nachweis des legalen Erwerbs durch eine Rechnung im Nachhinein bekommt ihr aber Euer Instrument natürlich wieder.

Solltet ihr diese Probleme mit einem bei uns gekauften Instrument mal haben, bitten wir Euch uns sofort zu kontaktieren, wir können sofort Eure Rechnung per FAX oder E-Mail an Euch senden.

Bei weiteren Fragen zu diesem Thema helfen wir Euch gerne weiter unter: 0 69 / 56 56 56 oder direkt über oliver.bick@musikhausamdornbusch.de

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